Geschichte von Largo di Torre Argentina
Largo di Torre Argentina ist einer der geschichtsträchtigsten Orte im Zentrum Roms: Hier verflechten sich Erzählungen aus der römischen Republik, der Renaissance und der Neuzeit.
Der Name „Argentina" hat nichts mit dem südamerikanischen Land zu tun, sondern leitet sich von der Verschleifung des Begriffs „Argentoratum" ab – des alten lateinischen Namens für Straßburg, der Heimatstadt von Johannes Burckardt (italianisiert: Giovanni Burcardo). Burcardo war Zeremonienmeister mehrerer Päpste, darunter Alexander VI. Borgia. Im 15. Jahrhundert ließ er hier einen Palast errichten, der wegen seiner Straßburger Herkunft „Torre Argentina" genannt wurde.
Die republikanische Epoche
Hier werden in republikanischer Zeit vier römische Tempel errichtet, die heute im Heiligen Bezirk zu sehen sind. Mit den Buchstaben A, B, C und D bezeichnet, waren sie verschiedenen Gottheiten geweiht und gehörten zum Marsfeld.
Das Pompejus-Theater
In unmittelbarer Nähe lässt Pompejus der Große das erste in Stein errichtete Theater Roms erbauen, mit einer angeschlossenen Curia, in der gelegentlich der Senat tagte.
Die Iden des März
In der Curia des Pompejus, die nahe dem heutigen Heiligen Bezirk stand, wird Julius Cäsar von einer Gruppe Senatoren unter Führung von Marcus Junius Brutus und Gaius Cassius Longinus ermordet.
Die Torre Argentina
Giovanni Burcardo lässt seinen Palast mit einem Turm errichten, der nach seiner Heimatstadt den Namen „Torre Argentina" erhält.
Das Teatro Argentina
Das Teatro Argentina wird eröffnet, eines der ältesten Theater Roms; benannt nach dem nahen Turm. Im Jahr 1816 wird hier die Uraufführung von Rossinis „Der Barbier von Sevilla" stattfinden.
Die Entdeckung des Heiligen Bezirks
Bei den Abrissarbeiten im Zuge der vom faschistischen Regime betriebenen Stadtumgestaltung kommen die Überreste der vier republikanischen Tempel zutage. Das Abrissprojekt wird angepasst, um die bedeutsamen Funde zu erhalten – so entsteht der heutige Heilige Bezirk.
Ein lebendiger Ort
Largo Argentina ist heute ein wichtiger Knotenpunkt im historischen Zentrum Roms – ein Ort, an dem antike Geschichte und Gegenwart ineinander übergehen. Im Heiligen Bezirk lebt zudem eine geschützte Katzenkolonie, die zu einer der Attraktionen geworden ist.
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