Das Pompejus-Theater
Das erste feste Theater Roms und Schauplatz der Ermordung Julius Cäsars
Rekonstruktion des Pompejus-Theaters und der angrenzenden Anlage
Ein revolutionäres Bauwerk
Das Pompejus-Theater, das zwischen 61 und 55 v. Chr. errichtet wurde, war das erste in Stein gebaute, dauerhafte Theater Roms. Zuvor fanden Theateraufführungen in temporären Holzbauten statt, die nach den Vorstellungen wieder abgebaut wurden.
Gnaeus Pompeius Magnus, römischer Feldherr und Politiker, umging das Verbot, fest gemauerte Theater innerhalb der Stadt zu bauen, indem er das Gebäude als Tempel der Venus Victrix ausgab – mit einer Treppenanlage, die "zufällig" als Theatercavea genutzt werden konnte.
Das Theater bot bis zu 20.000 Zuschauern Platz und gehörte zu einem größeren Ensemble, zu dem auch eine Quadriportikus (Porticus Pompeianae) und die Curia des Pompejus zählten, in der zeitweise der römische Senat tagte.
Plan mit der Lage des Pompejus-Theaters im antiken Rom
Geschichte und Bedeutung
Das Pompejus-Theater, erbaut zwischen 61 und 55 v. Chr., ist ein Meilenstein der römischen Architektur: Es war Roms erstes festes Theater . Vor dieser Neuerung waren Theater nur temporäre Holzbauten, die nach den Aufführungen abgebaut wurden, um einem Gesetz zu entsprechen, das feste Theater verbot – galten sie doch als Quelle moralischer Verderbnis und griechischer Einflüsse.
Pompejus der Große, auch im Zivilbereich ein brillanter Stratege, umging diese Beschränkung mit einem Trick: Er ließ einen Tempel weihen, der Venus Victrix am oberen Rand der Cavea stand, sodass die gesamte Anlage als Erweiterung des Tempels ausgegeben werden konnte. Zum Komplex gehörten auch eine große Curia (Versammlungssaal) und eine Säulenhalle mit Gärten – einer der beliebtesten Treffpunkte der römischen Republik.
Mit einer Kapazität von rund 10.000–20.000 Zuschauern bedeutete das Theater eine wichtige architektonische und kulturelle Neuerung für Rom: Es leitete eine neue Ära der öffentlichen Unterhaltung ein und prägte die Stadtentwicklung des Areals, das wir heute als Largo di Torre Argentina kennen.
Die Ermordung Julius Cäsars
Das Pompejus-Theater ist traurig berühmt als Ort der Ermordung Julius Cäsars am 15. März 44 v. Chr. – an den berühmten Iden des März.
Cäsar wurde in der Curia des Pompejus erstochen, einem an das Theater angrenzenden Gebäude, in dem an jenem Tag der Senat tagte. Die Verschwörer unter der Führung von Marcus Junius Brutus und Gaius Cassius Longinus wählten diesen symbolträchtigen Ort gerade deshalb, weil er von Cäsars Rivalen errichtet worden war.
Den antiken Quellen zufolge erhielt Cäsar 23 Stiche und fiel zu Füßen einer Statue des Pompejus – ein ironisches Ende ihrer politischen Rivalität.
„Der Tod Cäsars" von Vincenzo Camuccini (1798)
Wussten Sie schon?
Der genaue Ort der Ermordung Cäsars wurde im Bereich des heutigen Largo di Torre Argentina lokalisiert. Bei den Ausgrabungen der 1920er-Jahre kamen die Überreste der Curia des Pompejus zutage, die heute dem Bereich von Tempel B im Heiligen Bezirk entsprechen.
Plan mit der Lage des Pompejus-Theaters im antiken Rom
Bau und Lage
Das Pompejus-Theater stand auf dem Marsfeld, nicht weit vom heutigen Largo di Torre Argentina entfernt. Sein halbkreisförmiger Grundriss ist im modernen Stadtbild Roms noch erkennbar, vor allem in der geschwungenen Linie der Via di Grottapinta und der angrenzenden Straßen.
Zur Anlage gehörten:
- Das eigentliche Theater mit halbkreisförmiger Cavea
- Ein Tempel der Venus Victrix am oberen Rand der Cavea
- Eine weite Quadriportikus mit Gärten (Porticus Pompeianae)
- Die Curia des Pompejus, in der gelegentlich der Senat tagte
Heute sind Reste des Theaters in den Kellern einiger moderner Gebäude zu sehen, vor allem unter dem Restaurant „Da Pancrazio" am Campo de' Fiori.
Bildergalerie
Chronologie des Theaters
Errichtung
Pompejus der Große lässt das erste feste Theater Roms errichten und umgeht das Verbot durch den Bau eines Tempels.
Iden des März
Julius Cäsar wird in der dem Theater angrenzenden Curia des Pompejus von einer Gruppe Senatoren unter Brutus und Cassius ermordet.
Augusteische Restaurierung
Augustus finanziert die Wiederherstellung des Theaters nach einem Brand und widmet es seinem Neffen Marcellus.
Eingriff des Tiberius
Kaiser Tiberius schließt eine weitere Restaurierung der beschädigten Anlage ab.
Großer Brand
Das Theater wird durch den großen Brand unter Kaiser Titus schwer beschädigt.
Säkularspiele
Philippus Arabs restauriert das Theater anlässlich der Säkularspiele zum Tausendjahrfest Roms.
Niedergang
Mit dem Untergang des Römischen Reiches wird das Theater nach und nach aufgegeben, sein Baumaterial wird für neue Gebäude wiederverwendet.
Verwandlung
Die Strukturen des Theaters werden in mittelalterliche Bauten eingebunden und bilden die charakteristische Krümmung, die heute noch im Stadtbild zu sehen ist.
Wie man die Reste besichtigt
Auch wenn ein Großteil des Pompejus-Theaters heute von modernen Gebäuden überdeckt ist, lassen sich einige Reste besichtigen:
- Restaurant „Da Pancrazio" (Campo de' Fiori): Im Kellergeschoss sind Reste der Theaterarkaden zu sehen
- Via di Grottapinta: Die Straße folgt genau der Kurve der Cavea
- Heiliger Bezirk von Largo Argentina: Hier liegen die Reste der Curia des Pompejus, wo Cäsar ermordet wurde